St. Imier: 140 Jahre Anarchismus

Am Montag den 09.07. laden wir euch zu einer Infoveranstaltung zum „Internationalen Anarchistischen Treffen in St. Imier (CH)“ um 20:00 Uhr im Limes (Theaterstr. 2, Bonn) ein.
Es wird zum einen über den historischen Kongress, von 1872, in St. Imier, zum anderen über den aktuellen Kongress informiert.
Zur Historie: Der Kongress von St. Imier (15. – 16. September 1872) ist einer jener Meilensteine, die zur Entstehung der anarchistischen Bewegung geführt haben. Den historischen Hintergrund bildet der Konflikt in der „Internationalen Arbeiter-assoziation” (Ersten Internationale), die ein Sammelbecken für alle sozialistischen Richtungen ihrer Zeit darstellte. Marx / Engels, die dem zentralen Gremium der Internationale in London angehörten, versuchten dieser strömungsübergreifenden Organisation ihre persönlichen politischen Ideen aufzuzwingen: Parteigründungen, Beteiligung am Parlamentarismus, Eroberung der politischen Macht usw. Auf dem manipulierten Haager Kongress (2. – 7. September 1872) der Internationale wollten sie ihr Minderheiten-Programm, das nur ein paar Sozialdemokrat*innen haben wollten, in den Statuten der Internationale verankern und ihre Hauptgegner (Bakunin, James Guillaume) ausschließen lassen. Doch sie hatten nicht mit dem Widerstand der Landesföderationen der Internationale gerechnet, die überwiegend föderalistisch und sozial-revolutionär orientiert waren. Diese entsandten ihre Delegierten eine Woche später zum Gegenkongress von St. Imier, auf dem die Beschlüsse des Haager Kongresses zurückgewiesen wurden mit der Begründung: Die marxistischen Beschlüsse seien eine „absurde und reaktionäre Anmaßung“, sozialistische Regierungen werden nur „ein Betrug mehr“ sein. Damit begann der Anarchismus …
Zum Event: Organisiert von verschiedenen libertären Gruppierungen aus der Region und darüber hinaus, findet vom 8. bis zum 12. August im Berner Jura ein „Welttreffen“ des Anarchismus statt. Um die 3.000 Anarchist*innen aus aller Welt werden erwartet und es gibt ein umfassendes Programm: Diskussionen, Buchmesse, Workshops, Konzerte uvm. Es gibt eine Riesenvokü und unterschiedlich kostspielige Unterkunftsmöglichkeiten – bis hin zum kostenlosen Zeltplatz.
Alle, die sich für das Thema interessieren, sind herzlich eingeladen. Und natürlich sind viele helfende
Hände gesucht. Weitere Infos findet ihr unter: www.anarchisme2012.ch.
Die aktuellsten Infos dann direkt bei der Veranstaltung!